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Was
ist eigentlich ein Hundezüchter? |
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Hundezucht ist
die planmäßig durchgeführte Paarung von
Rassehunden, die einem bestimmten Zuchtziel
(z.B. Gesundheit, Körperbau, Leistung u. a.)
entsprechen, in der Erwartung, dass die
gewünschten Eigenschaften und Merkmale sich
in den Nachkommen vererben.
Die Förderung der Zucht setzt ein Zuchtziel
voraus, das die Auswahl der bestmöglichen
Zuchtpartner einschließt. Die Züchter
unternehmen hierfür viele Anstrengungen, die
oft weit über das Übliche hinausgehen:
Zuchttiere werden eingesetzt ohne Rücksicht
auf Entfernung und Kosten, Zuchttiere werden
aus dem Ausland teuer gekauft und importiert
und der deutschen Zucht leichter zugänglich
gemacht. Die Züchter reisen mit ihren Hunden
quer durch Europa um Ausstellungen zu
besuchen. Es wird jede Chance einer
Zuchtverbesserung genutzt.
Sie wollen Hunde züchten? Sie fragen sich:
"Welche Voraussetzungen muss ich
mitbringen?" Sie müssen jede Menge Zeit
haben, sich Fachwissen aneignen und sich
beständig Weiterbilden. Dies bedeutet: Das
Lernen hört niemals auf! Logischerweise
beginnt ein Züchter mit der Praxis, mit dem
ersten Wurf. Erst im Laufe der Zeit wird
sich allmählich sein Wissensstand erweitern.
Die Kenntnisse der Rasse werden vertieft
durch Beobachten und auch durch Revidieren
der eigenen Meinung. Nur alleine das sog.
Fingerspitzengefühl, dem einige Züchter
vertrauen, reicht nicht aus. Hierin liegt
der Unterschied, warum einige Züchter einen
positiven Einfluss auf die Rasse nehmen und
andere Züchter nur vermehren.
Die ständige Weiterbildung und der Austausch
mit anderen Züchtern sind ebenso wichtig,
wie das Lesen von Fachliteratur, fundierte
Kenntnisse über: die Rasse, biologische
Zusammenhänge und Anatomie, Genetik,
Gesundheit, Zuchtverfahren, Ahnenforschung,
Aufzucht und Pflege der Welpen,
Verhaltensentwicklung, Ausstellungen,
Zuchtbestimmungen des Vereins u.v.m.. Die
Kontrolle über die Nachzuchten und die
Trends in der Rasse sind ständig im Auge zu
behalten. |
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Ein hohes Maß an
Verantwortung ist erforderlich um Welpen
aufzuziehen. Man hat eine Menge Freude mit
der Geburt und der Aufzucht der Welpen, aber
auch die weniger schönen Erlebnisse kommen
vor. Z.B. die Geburt von toten Welpen,
Kaiserschnitte, Welpen die nach wenigen
Tagen oder Wochen sterben, Welpen die man
zum Einschläfern bringen muss. Alles
Erlebnisse die schwer an der Züchterseele
nagen und die man niemals vergisst. "Wo
Leben ist, ist auch der Tod", dies muss man
sich immer vor Augen halten.
Von Wurf zu Wurf sind Verbesserungen nötig
und müssen umgesetzt werden. Genaue
Aufzeichnungen über die Trächtigkeit, die
Geburt und die Welpenaufzucht müssen geführt
werden, denn keine Trächtigkeit, keine
Geburt und keine Aufzucht sind gleich. Hier
sind die Aufzeichnungen sehr hilfreich und
wichtig.
Hundezucht in diesem Sinne durchgeführt, hat
nichts mehr mit einem Hobby zu tun.
Verantwortungsvolle Hundezucht überschreitet
die Grenzen eines Hobbys. Sie ist vielmehr
Berufung und Dienstleistung, kostet viel
Arbeit und noch viel mehr Zeit.
Jeder Anfänger wird versuchen so schnell wie
möglich und soviel wie möglich lernen zu
wollen. Die Fülle der Fachliteratur wird ihm
einige Antworten geben, aber muss er alles
lesen, um verschiedene Standpunkte und
Erfahrungen abwägen zu können und zu einer
eigenen Anschauung zu gelangen. Viele Bücher
sind schwer verständlich, zu
wissenschaftlich und man muss sie mehrfach
lesen, um auch nur einen kleinen Nutzen
daraus ziehen zu können. |
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Der
Beste aller Hunde:
der Norwich Terrier! |
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Die größte Sorge
aller Züchter ist es, wie finde ich für
meine Welpen geeignete Plätze. Aus der
Anzahl der Interessenten ist der
bestmöglichste Bewerber auszuwählen, dem der
Züchter einen Welpen anvertrauen möchte und
von dem er überzeugt ist, dass der Welpe
dort auch bis an sein Lebensende bleibt. Es
gehört eine gute Portion Menschenkenntnis
dazu aus einem Kreis von Interessenten den
passenden Besitzer dem passenden Welpen
zuzuordnen oder umgekehrt. Dazu ist das
persönliche Kennen lernen, ausführliche
Gespräche und ggf. wiederholte Besuche
nötig. Man muss die Lebensgewohnheiten, die
persönlichen Vorlieben und die allg.
Situation des neuen Besitzers kennen.
Auch muss sich der Züchter darüber im klaren
sein, dass er möglicherweise nicht alle
Welpen mit dem Abgabetermin verkaufen kann.
Er muss diese dann selbst behalten und evtl.
erst viel später abgeben.
Dies ist bei der Anzahl der gehaltenen Hunde
immer mit einzuplanen.
Sind zu wenige Anfragen vorhanden, gerät der
Züchter leicht in Panik und ist froh
überhaupt einen Platz für seinen Welpen
gefunden zu haben. Aber: Nur der beste Platz
ist gut genug und nur der zufriedene
Besitzer wird auch positiv werben.
Zufriedene Besitzer sind aber nur solche,
die sich vertrauensvoll an einen kompetenten
Züchter wenden können, der auch mit Rat und
Tat zur Seite steht, wenn es nötig ist. Und
dies solange der von ihm gezüchtete Hund
lebt. Hiervon lebt auch seine Zucht, denn
nur dann kann der Züchter wissen, wie es dem
Hund gesundheitlich geht, ob der Hund frei
von Krankheiten, ganz wichtig von
Erbkrankheiten ist. Durch die Rückmeldung
des Welpenkäufers erhält man Informationen
über den Zustand und das Verhalten des
Welpen. Jederzeit muss man bereit sein
Hilfestellung bei evtl. Schwierigkeiten zu
geben. Dies kostet den Züchter jede Menge
Zeit und Einsatzbereitschaft. Doch für seine
Welpen sollte ihm kein Einsatz zu hoch sein.
Auch die Telefonate, die Korrespondenz und
die persönliche Gespräche mit
Rasseinteressierten, das Erstellen und
Versenden von Informationsmaterial, gehört
zum Züchteralltag.
Hinzu kommt der Konkurrenzkampf innerhalb
der Züchtergemeinschaft. Leider ist es nicht
so, dass alle an einem Strang ziehen, im
Gegenteil. Der Neuzüchter sieht sich oft
einer brodelnden Gerüchteküche ausgesetzt,
die ihn demoralisiert und die den Ruf
schädigt, bevor er aufgebaut ist. Lassen Sie
sich nicht entmutigen, stecken Sie sich
Zuchtziele und versuchen Sie diese in die
Tat umzusetzen. Es wird immer Züchter geben,
die Ihnen zur Seite stehen. Ein
erfolgreicher Züchter hat immer mit Neid zu
rechnen. Es ist die einzige Art der
Anerkennung. |
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Züchter müssen
für sich zunächst selbst definieren, was sie
wollen. Sie müssen ein Ideal haben, das im
Einklang mit Gesundheit, Wesen, Standard und
eigener Vorliebe steht. Um dieses Zuchtziel
einzugrenzen ist aber wiederum ein
Verständnis der Materie nötig. Der Züchter
muss zunächst einmal erkennen lernen, welche
unverzichtbaren Grundvoraussetzungen ein
Norwich Terrier haben muss, um daraus eine
Idee wachsen zu lassen. Viele Züchter haben
hier Defizite und konzentrieren sich auf
Details oder aber wollen zuviel auf einmal
oder nur auf dem ersten Platz stehen. Zucht
hat mit dem Erfolg im Ausstellungsring nur
bedingt etwas zu tun. (Was nicht heißen
soll, dass mit minderer Qualität gezüchtet
werden soll!) Aber bis ein Züchter das zu
begreifen vermag, sind vielleicht schon
viele Welpen geboren worden. Es ist jedoch
nie zu spät, das Wesentliche zu erkennen und
seine Ideen zu überdenken.
Die Beurteilung eines Norwich Terrier und
vor allem des eigenen ist eine äußerst
komplizierte Angelegenheit. Egal wie gern
der Züchter seine Mutterhündin und seine
eigene Nachzucht auch haben mag,
Sentimentalitäten sind ein schlechter
Ratgeber. Der Züchter muss sich dazu
durchringen Herz und Verstand zu trennen,
nur dann kann er seine Zuchttiere richtig
einschätzen.
Es fällt in seine Verantwortung nur mit den
für die Zucht wertvollsten Tieren, sprich:
typvollsten Rassevertretern, zu züchten.
Viel zu oft wird aber mit dem Hund
gezüchtet, der gerade da ist. Aber aus
Gänsen kann man nun einmal keine Schwäne
züchten. Wichtig ist also, auf gar keinen
Fall "Zwingerblind" zu sein.
Im besten Fall sollte der Züchter nach ein
paar "Probewürfen" eine Entscheidung für die
Zukunft treffen, denn züchten heißt, in
Generationen denken . Inzwischen hat er sich
einen groben Überblick über seine Rasse
verschafft und es sind ihm immer wieder
Hunde aufgefallen, die ihm besonders gut
gefallen haben. Anhand der Abstammung lässt
sich erkennen ob und ggf. welches
Verwandtschaftsverhältnis besteht. Der
Züchter sollte nun versuchen alles über
diesen Hund, dessen Eltern, Verwandte und
Nachkommen heraus zu bekommen, was möglich
ist. Dabei ist es wichtig, auch negative
Eigenschaften, mögliche Krankheiten,
Wesensmerkmale, Leistungsfähigkeit,
Altersfitness im Auge zu behalten. Dann
sollte der Neuzüchter sich an den Züchter
wenden, der die meisten Hunde hervorgebracht
hat, die seinem Ideal am nächsten kommen und
dort versuchen eine qualitativ hoch stehende
Zuchthündin zu erwerben. Ein guter und
erfahrener Züchter wird dem Begehren positiv
gegenüberstehen und die Bemühungen des
Neuzüchters schätzen.
Diese gezielt ausgesuchte Hündin sollte dann
die Stammmutter des neuen Zwingers werden.
Der nächste Gedanke muss dem Zuchtverfahren
gewidmet werden. Hierzu gibt es genügend
Literatur, um sich über Verfahren und Folgen
zu informieren. Wichtig ist, mehrere Bücher
zum gleichen Thema zu studieren, weil jeder
Autor eine eigene Auffassung hat.
Zuchterfolge stellen sich langsam und über
mehrere Generationen ein. Wer zuviel auf
einmal erwartet, wird gar nichts bekommen.
Rückschläge sind hinzunehmen aber nicht über
zu bewerten und keinesfalls zu ignorieren.
Eine konsequente und strenge Auslese der
Zuchttiere ist der einzige Weg zum Ziel. Das
sind rationale Entscheidungen, die oftmals
Härte gegen sich selbst erfordern. Nicht der
niedlichste Welpe bleibt im Züchterhaushalt,
sondern der für die Zucht
Vielversprechendste. Auch das zu erkennen
bedarf einer gewissen Übung. |
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Auch wenn man es
nicht direkt im Zusammenhang vermuten
könnte: Wichtige Voraussetzungen für den
Status eines Zwingers ist die Korrektheit.
Die Anforderungen für eine Zuchtstätte
sollte in allerhöchstem Maße erfüllt werden
und man sollte sich vorbildlich gegenüber
seinen Hunden und Hundeinteressenten, aber
auch Mitbewerbern verhalten.
Unbeirrt das eigene Ziel vor Augen haben und
mit aller Kraft Durchhaltevermögen zu zeigen
ist eine Notwendigkeit.
Wer Hunde züchten will, ist sich anfangs
nicht darüber im Klaren, welche Ausmaße
diese Leidenschaft annehmen kann. Einmal
abgesehen von dem Zeit- und Kostenaufwand,
ist es Bedingung, dass das äußere Umfeld den
Ansprüchen an eine Welpenaufzucht und
Hundehaltung genügen müssen. Bis der erste
Wurf überhaupt auf eigenen Pfoten steht sind
umfangreiche Investitionen nötig. Von dem
ersten Wurf wird immer ein Welpe mindestens
im Züchterhaushalt verbleiben, auch vom
zweiten oder dritten Wurf und schon hat sich
die Anzahl der eigenen Hunde innerhalb
weniger Jahre verdreifacht. Es gilt: so
wenig Hunde wie möglich zu behalten. Jeder
nächste Wurf wird wieder einen "noch
besseren" Welpen hervorbringen und die
Gefahr ist sehr groß, sich mit zu vielen
Hunden zuzustellen. Die zum Glück hohe
Lebenserwartung der Norwich Terrier muss
berücksichtigt werden.
Andererseits : nur eine kontinuierliche
Zucht, kann einen Fortschritt bewirken. Das
heißt auch, dass mindestens in einem Abstand
von drei Jahren eine Hündin behalten werden
muss. Rechnet man die hinzukommenden Hunde
zum Bestand hinzu ergibt das nach 15 Jahren
eine Anzahl von 7 Hunden. Die
Haltungsbedingungen von 7 Hunden
unterscheiden sich deutlich von denen, die
zu Beginn der Zucht vorhanden waren.
Die Bezeichnung Hobby-Züchter ist reine
Augenwischerei. Weder vom tatsächlichen
Aufwand noch vom wirtschaftlichen Aspekt
wird Hundezucht eine Liebhaberei sein
können. Hundezucht ist eine Beschäftigung
rund-um-die-Uhr, die vollen Einsatz
verlangt. Menschen, die den seriösen Züchter
als geldgierigen Vermehrer bezeichnen, haben
keine Ahnung von der Praxis. Es gibt
einträglichere Beschäftigungen, die weniger
Nerven und Sorgen kosten, die sich
vielleicht auch einmal rentieren oder die
wenigstens nur Freude bringen.
Wenn
wir dann hören „Ach wir legen auf Papiere
keinen Wert, dann wird der Hund ja
billiger“, dann werden wir schon etwas
sauer, denn ohne Papiere wäre der Hund nur
ca. 20 € billiger!
Eine Hundezucht aufzubauen und sie auch
durchzuhalten erfordert vom Züchter eine
große Portion Selbstaufgabe. Die
Lebensqualität verändert sich: Aktivitäten
werden überwiegend mit den Hunden
durchgeführt, der Freundeskreis wird nach
Hundesympathien ausgerichtet, Abwesenheit
von Zuhause wird reduziert, Urlaub fällt
flach, das Leben dreht sich fast
ausschließlich um den Norwich Terrier.
Alle Niederlagen und Zweifel werden durch
große Freude und Zufriedenheit ersetzt, wenn
man die Geburt hinter sich gebracht hat und
die Welpen mit der Mutter friedlich in der
Wurfkiste liegen. Es gibt so viele schöne
Erlebnisse bei der Welpenaufzucht. Diese
entschädigen den Züchter für die vielen
Einschränkungen. Auch die Verbundenheit und
Treue seiner Welpenkäufer lässt den Züchter
neuen Enthusiasmus schöpfen. |
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